The Show Must Go On

Ein Hoch auf die Uni, Erlebt, Gehört, Gelesen, Gesehen - 128 Comments » - Posted on Juli, 8 at 2:42 pm

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An diesen Satz musste ich unweigerlich denken, als ich dann doch einen Teil der Trauerfeier für Michael Jackson im Fernsehen verfolgt habe. Obwohl es die eine oder andere bewegende Rede gab, ist in meinen Augen der Begriff Trauerfeier nicht passend. Die Veranstaltung im Staples Center war eine Show, und die muss weitergehen - in Zukunft ohne den King of Pop.
MJ war, und daran besteht kein Zweifel, einer der größten Entertainer unserer Zeit und dies würde ich unterschreiben ohne mich als Fan zu bezeichnen. Eine meiner ersten CDs - oder war es noch eine Kassette? - war Dangerous, ein durchaus gelungenes Album, das allerdings meine einzige Michael Jackson Errungenschaft bleiben sollte.
Aber auch ohne ein großer Anhänger Jacksons gewesen zu sein, sein Leben hat mich in irgendeiner Weise begleitet, Michael Jackson selber und den Medien sei Dank. Der Eine suchte das Rampenlicht, wollte sich immer wieder selbst übertreffen und der Welt zeigen, dass er der Größte ist, die anderen waren hauptsächlich daran interessiert, die Schattenseiten und Abgründe seiner Person zu beleuchten. Hier sieht man übrigens exemplarisch das Ziel der Medien, das einzig und allein darin besteht, eine hohe Auflage zu erreichen und Gewinn einzufahren. Jacksons angekündigtes Comeback wurde ähnlich negativ ausgeschlachtet wie seine Wandlung vom schwarzen jungen Mann zu einer weißen, eher androgyn wirkenden Person oder sein angeblicher Missbrauch von Kindern. Diese negativen Schlagzeilen sind schnell vergessen, wenn dank positiver Nachrufe und mit Rückblicken auf seine Erfolge die Kasse klingelt.

Meine Haltung zu MJ ist völlig neutral, weder habe ich ihn vergöttert oder seine Musik geliebt, noch war ich eine Befürworterin der Hetzjagd, die die Medien oft genug veranstaltet haben. Es steht mir auch nicht zu, über einen Menschen, seine Taten und seinen Lebenswandel zu urteilen, wenn ich nur die öffentliche Seite kenne, nicht aber die Privatperson und ihre Beweggründe.
Diese “Außenseiterrolle” verbindet mich mit unzähligen anderen auf dieser Welt und gerade dies ist Auslöser für eine gewisse Faszination, die ich gestern Abend empfand. Eine Milliarde Zuschauer weltweit haben die Veranstaltung im Staples Center verfolgt, eine Milliarde Menschen, die Michael Jackson letztendlich nicht kannten. Viele haben geweint und waren sehr ergriffen - aber warum? Die Welt hat einen Star verloren, und so wenig wie ich diesen Ausdruck befürworte, MJ war und bleibt einer der letzten großen Stars. Doch niemand außer seiner Familie muss wirklich mit einem Verlust zurecht kommen. Ich persönlich empfinde ebenso wenig wie der Großteil der einen Milliarde anderer Menschen einen tiefen Einschnitt in meinem Leben. Für uns bleibt alles beim alten, das Leben hat sich durch den Tod Michael Jacksons nicht verändert.
Meine Faszination gilt weniger dem Leben und Werk des Musikers, als den Ereignissen und den Emotionen, die sein Tod hervorgerufen hat und die ich nicht nachvollziehen kann. Eine kurzfristig empfundene Bestürzung kann zwar auch ich nicht leugnen, aber das ist wahrscheinlich normal bei einer Person, deren Höhen und Tiefen derart präsent waren in der Öffentlichkeit. Der Schockzustand und die immense Trauer vieler Menschen bleibt mir ein Rätsel, ebenso wie vor 12 Jahren die Reaktionen auf den Tod von Lady Diana.

The Show Must Go On und die von Michael Jackson geht zumindest vorübergehend weiter. Seine Alben sind gefragt wie zu seinen besten Zeiten und die vorderen Chartplätze gehören wieder ihm. Dies zu erreichen war sicherlich das Ziel seines geplanten Comebacks mit dem passenden Titel This Is It. Konzerte wird er leider keine mehr geben, das Comeback ist trotzdem geglückt. So groß der Verlust für die Musikwelt sein mag, positiv ist, dass endlich wieder ein Star, der diesen Titel verdient hat, in den Charts steht. Ob Fan oder nicht, ich bin froh, mal wieder Lieder eines Talents, eines Könners, eines wahren Musikers im Radio zu hören und nicht das schmalzige Gejaule eines aktuellen “Superstars”, der schon wieder vergessen ist, bevor ich mir seinen Namen endlich eingeprägt habe.

Zum Leben von Michael Jackson ließen sich Bücher füllen, aber das sollen andere tun. Mich haben die Ereignisse der letzten Tage bzw. die Reaktionen auf der Welt sehr verwundert und auch fasziniert. Irgendjemand wird sicher eine Erklärung für dieses Phänomen haben und sie mir hoffentlich verraten :-)

Der vielgehörte Satz der letzten Tage - Der König ist tot, es lebe der König! - passt zum King of Pop, ebenso wie vielleicht auch die Trauerfeier zu ihm und zu seinem Leben gepasst hat. Die Musikwelt hat einen der letzten wirklich großen Künstler verloren, die Medien Stoff zum Schreiben gewonnen.
Michael Jackson wird dank seiner Musik weiterleben und vielleicht wird sogar meine bisher bescheidene Kollektion seiner Alben um Thriller erweitert.
The Show Must Go On - This Is It!

Danke für die Warnung…

Gesehen - 87 Comments » - Posted on Mai, 7 at 6:58 am

… aber worin wäscht denn der Hersteller seine Wäsche üblicherweise?

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Aus gegebenem Anlass…

Gelesen, Gesehen - 76 Comments » - Posted on Februar, 19 at 12:52 pm

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Sheepworld mal anders

Gesehen - 101 Comments » - Posted on Januar, 9 at 4:46 pm

Das süße “Ohne Dich ist alles doof”- Schaf wird erwachsen und muss zum Bund :-)

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Deutsche Sprache - schwere Sprache

Gelesen, Gesehen - 112 Comments » - Posted on Januar, 9 at 4:41 pm

Unsere schöne Sprache ist nicht immer einfach und wird leider viel zu oft misshandelt. Bei Menschen mit einer anderen Muttersprache als Deutsch habe ich viel Verständnis, allerdings sollten Speisekarten meiner Meinung nach auch beim Italiener in einem korrekten Deutsch sein.

Frische Tomaten Scheiben ist wenigstens im Ansatz nachvollziehbar, aber muss denn gleich ganz Emmental auf der Pizza liegen? Und was ist “wilden Kartoffel”? Springt diese wildgeworden in Anbetracht der Orthografie vom Teller? Tröstlich: “Bei der Wilden Kartoffel ist es Knoblauch soße. Gratis Dabei.” Gratis dabei war bei diesem Italiener zumindest eine gewisse Erheiterung, es sei denn man gehört der Spezies der Puten an, dann wird man nämlich in Form von Putenzucker zusammen mit Nutella als süße Pizzavariante serviert. :-)

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Selten so gelacht

Gehört, Gesehen - 116 Comments » - Posted on September, 26 at 9:29 am

“Deutscher Humor ist ein Schlankmacher: Man muss meilenweit laufen, bis man ihn trifft.” Diese Aussage geht zurück auf Dieter Hallervorden, der in Deutschland durchaus beliebt ist und über dessen Darbietungen viele Leute gelacht haben. Diesen Satz sollte sich auch Cindy aus Marzahn zu Herzen nehmen - ein Schlankmacher würde ihr nämlich sehr gut tun und wenn sie in der Folge auch noch Humor hätte, wäre uns allen geholfen. Mit großer Verwunderung habe ich gerade festgestellt, dass Cindy im letzten Jahr den Deutschen Comedypreis als Bester Newcomer erhalten hat - die Jury wurde also entweder bestochen oder (da ich von erstgenanntem Szenario nicht wirklich überzeugt bin) die Jury besteht aus F-Comedians, die also mit Cindy aus Marzahn auf einer Wellenlänge liegen.
Für alle glücklichen Menschen, die Cindy aus Marzahn bisher nicht kennen, eine kurze Zusammenfassung: Sie ist schizophren, wie uns der Titel ihres Bühnenprogramms verrät - sie wollte nämlich nie Prinzessin sein. Die hinter dieser Aussage liegende Implikation, dass sie eine solche nun ist, hinterlässt eine gewisse Ratlosigkeit, Prinzessinnen sind doch eigentlich wunderschön, zierlich, beneidenswert und tragen hübsche Kleider?! Cindy leidet zudem an Alzheimerbulimie: “Du frisst den ganzen Tag und vergisst abends zu kotzen.” Sie ist also nicht nur fett, sondern auch furchtbar angezogen, laut, penetrant und nervtötend. Ich habe selbstverständlich verstanden, dass alle diese Eigenschaften Teil ihres Programms, ihrer Figur sind. Aber sie nennt sich doch Comedian - wo bitte ist der lustige Part?
Ilka Bessin, die Entdeckerin von Cindy oder auch Cindy im wahren Leben, wollte schon als Kind Clown werden. Wäre es doch bei diesem Wunsch geblieben, schließlich sind Clowns oft stumm und vor allem bekommen sie keine Sendung zur besten Sendezeit im Fernsehen und allein damit wäre der Menschheit in Bezug auf Cindy aus Marzahn schon geholfen. Ilka Bessin war 4 Jahre arbeitslos und es ist ihr anzurechnen, dass sie geschafft hat, was nicht allen Hartz IV Empfängern vergönnt ist, nämlich auf eigenen Füßen zu stehen und Geld zu verdienen. Aber muss es denn bitte auf diese Art und Weise sein? Ihr Programm ist so schlecht, dass man am liebsten in Tränen ausbrechen würde. Noch trauriger als die Tatsache, dass RTL seit Wochen Werbung für ihre Sendung macht ist, dass es offensichtlich Menschen gibt, die einschalten werden und - und das ist am Schlimmsten - über Cindys Programm lachen können. Der Humor der breiten Masse scheint an großem Niveauverlust zu leiden, geistreicher Witz kommt offensichtlich heutzutage nicht mehr an. Meine einzige Hoffnung ist, dass der Tiefpunkt erreicht ist und es bald wieder aufwärts geht.
Man sagt zwar, Humor ist, wenn man trotzdem lacht. Bei Cindy aus Marzahn ist dies leider unmöglich und selbst ein gezwungenes Lächeln will hier nicht über meine Lippen huschen!

Das Experiment

Gesehen - 127 Comments » - Posted on September, 17 at 8:42 am

Heute mogen habe ich mich zur Untermalung meines Frühstücks für das Sat 1 Frühstücksfernsehen entschieden. Dieses Format zählt zwar nicht zu den wirklich seriösen Magazinen und die Berichterstattung ist eher mit der Bildzeitung als mit ernstzunehmenden Sendungen dieser Art zu vergleichen, dennoch gab es heute Morgen einen interessanten Kurzbericht.
Zum Thema Unterhaltungselektronik wird ein 5-facher Familienvater gefragt, ob er ein Wochenende lang auf seinen Fernseher verzichten könne. Antwort: Ja, das sei sicher möglich, der Fernseher laufe ja schließlich nicht den ganzen Tag, sondern erst (!) ab 12 Uhr. Gemeint ist hier natürlich 12 Uhr mittags, nicht nachts. Gesagt, gehandelt, Experiment gestartet und prompt steht an einem Freitag Nachmittag Sat 1 vor seiner Tür und verpackt fein säuberlich sämtliche Fernsehgeräte der Familie - und davon gibt es in diesem Haushalt fast ebenso viele wie in einem kleinen Elektroladen. Nicht nur im Wohn- und Schlafzimmer, sondern auch in allen 5 Kinderzimmern steht ein großer Fernseher. Um die Sache gründlich zu machen, werden auch Radios und Computer mitgenommen.

Kaum sind die Möbelpacker weg, macht sich eine große Leere bei der 7-köpfigen Familie breit. Was um Himmels Willen macht man denn ohne TV, ohne Computerspiele, ohne Radio??? So viel Zeit und keine Berieselung? Ein Weltuntergang! Am ersten Abend versucht die Familie gemeinsam Monopoly zu spielen - leider ist “gemeinsam” gar nicht so einfach. Nach kurzer Zeit schmeißt der Vater alles hin und geht ins Bett.
Der nächste Tag entwickelt sich dann bereits zur Zerreißprobe. Während die Kinder wenigstens versuchen, sich zu beschäftigen (Aufräumen, Gesellschaftsspiele), wissen die Eltern, insbesondere der Vater, rein gar nicht mit sich und ihrer Zeit anzufangen. Anstatt also etwas sinnvolles zu tun oder beispielsweise mal die frische Luft zu genießen, wird der Vater immer gereizter und schnauzt seine Kinder an, die ihm viel zu laut sind. Dabei sind sie einfach nur - endlich - mal Kind und spielen, anstatt jeder für sich still und leise vor dem Fernseher oder dem PC zu hängen. Die Stimmung wird immer angespannter und findet ihren Höhepunkt am Sonntag Nachmittag, als der Vater kein Formel 1 gucken kann. Er ist genervt von allem - von der Tatsache, ohne Fernseher zu leben, von seinen Kindern, die ihm viel zu laut sind und vor allem von sich selbst, da er nicht in der Lage ist, sich mit sich selbst zu beschäftigen.
Sat 1 stellt dies alles amüsant dar, letztendlich ist dieser Beitrag aber alles andere als komisch, sondern eher traurig. Die Familie kann ohne Unterhaltungselektronik nicht mehr leben, alternative Unternehmungen kommen niemandem in den Sinn und selbst gemeinsame Spiele scheitern, da kollektive Aktivitäten offenbar völlig neu sind. Am schlimmsten ist die Tatsache, dass die Kinder anscheinend überhaupt nicht wissen, dass man auch im Freien spielen kann, für sie gehört die Freizeitgestaltung in die eigenen 4 Wände zusammen mit elektronischer Unterhaltung.
Am Sonntag Abend, einen Tag vor dem offiziellen Ende des Experiments verlangt der Vater seine Geräte zurück und um einen Nervenzusammenbruch oder sonstige Ausbrüche zu verhindern, kommt Sat 1 seinem Wunsch sofort nach.
Ende gut, alles gut. Am Sonntag Abend kehrt also endlich wieder Ruhe ein. Niemand lärmt mehr rum, denn jeder sitzt vor einem Fernsehgerät und kehrt in seine jeweilige Realität zurück: die Kinder in das Leben der (eigentlich) virtuellen Wesen ihrer PC-Spiele, der Vater und die Mutter in die Tiefen des Fernsehprogramms. Und wenn sie nicht gestorben sind, leben sie noch heute im idyllischen Frieden mit ihren Fernsehern und Computern.

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Gesehen - 109 Comments » - Posted on August, 15 at 9:05 am

Die katholische Kirche muss, ebenso wie die evangelische, eine hohe Zahl von Austritten hinnehmen. Auf der Homepage des Statistischen Bundesamtes ist zu erfahren, dass im Jahr 2004 insgesamt 242819 Menschen aus beiden Kirchen ausgetreten sind (141567 bei der evangelischen Kirche, 101252 bei den Katholiken).

Die katholische Kirche im Südwesten Deutschlands hat eine Initiative ins Leben gerufen, die sich an alle die richtet, die in die katholische Kirche eintreten oder zurückkehren wollen. Die Initiative als solche ist nicht unbedingt bemerkenswert, allerdings ist es der Link der dazugehörigen Homepage:

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Da hat es die katholische Kirche doch endlich mal geschafft, ein ernstes Anliegen amüsant zu verpacken. Die Initiative und die in Kirchen hängenden Plakate fallen auf und animieren zum Lesen - mein Kompliment!